Archiv für January, 2008

Wie das mobile Internet die Außenwerbung verändern wird – Teil 2

Thursday, January 31st, 2008

In meiner Reihe über die Entwicklung des mobilen Internetzugangs und der Außenwerbung wird wöchentlich eine meiner Thesen zum Thema veröffentlicht. Die gesamte Arbeit wird dann in wenigen Wochen zum Download erhältlich sein.

These 2: Außenwerbung wird zum Retter und Zeittöter in der Not.

Eines der häufigsten Bedürfnisse von Menschen unterwegs ist es, Wartezeiten zu überbrücken. Egal ob am Bahnsteig oder im Bus, in der Warteschlange oder beim Arzt: Zeiten, die wartend verbracht werden, ziehen sich wie Kaugummi.

Erfolgreiche Kampagnen machen sich diesen Umstand in Zukunft zunutze und bauen so, als Zeittöter und Helfer in der Not, positive Bindungen zum Kunden auf. Zusätzlich kann mit einem hohen Engagement der User gerechnet werden. Sie haben schlichtweg nichts Besseres zu tun und sind für jede Abwechslung dankbar. Dies bedeutet aber nicht, dass weniger Energie in die Konzeption solcher Kampagnen gesteckt werden muss. Was heute noch interessant ist, weil neu, reizt morgen niemanden mehr.

Ausgangspunkt sind natürlich die Außenwerbeflächen, die auf die Aktionen aufmerksam machen. Der eigentliche Zeitvertreib findet dann aber auf dem Handy statt, in Form von Gewinnspielen auf mobilen Webseiten, kleinen Downloadgames oder Interaktionen per Sprachdialog etc.

Unterhaltende Inhalte von Marken, konzipiert für Passanten in Wartesituationen, werden als willkommene Abwechslung positiv beim Kunden in Erinnerung bleiben. So hatte Pepsi, im Sommer 2006 in Zügen der Londoner U-Bahn, Plakate mit Kopfhörerbuchsen installiert. Während ihrer Fahrt konnten Passagiere, mit passenden Kopfhörern, dadurch zwölf verschiedene Musiktitel hören.

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Aktionen nach diesem Prinzip werden in Zukunft zunehmen.

Bisherige Artikel

These 1: Außenwerbung wird flüssig.

Nokia kauft Trolltech

Tuesday, January 29th, 2008

Der ein oder andere hat es gestern vielleicht schon gelesen. Nokia ist weiterhin auf Shoppingtour und kauft das norwegische Software- unternehmen Trolltech. Zwar ist die Übernahme noch nicht ganz offiziell, da Trolltech an der Börse gehandelt wird, die Großaktionäre und der Vorstand haben dem Kaufangebot von Nokia aber schon zugestimmt.

Der Zukauf wurde, laut Nokia, deshalb getätigt, um die eigene “Cross-Plattform-Software-Strategie” schneller umzusetzen. Nokia erhofft sich mit dem Deal, dass mobile Applikationen und Desktop-Programme in Zukunft schneller umgesetzt werden können. Trolltech scheint daher ein gut gewähltes Unternehmen. So haben sie mit Qtopia bereits eine, auf Linux basierte, mobile Plattform entwickelt, mit der Anwendungen für entsprechende Handys programmiert werden können. Mit QT habe sie außerdem ein Framework erstellt, was es Entwicklern ermöglicht, Anwendungen zu erstellen, die auf verschiedenen Betriebssystemen laufen. Das Programm Skype nutzt z. B. die Bibliothek QT.

Nokia hat ja bereits viele Programme veröffentlicht, die den PC zuhause und das Handy verbinden. Die PC Suite ist wahrscheinlich das bekannteste Beispiel. Doch es gibt noch mehr, wie z. B. den Lifeblog oder in Nokias Beta Labs, die Anwenung PC Phone, mit der das Handy per Desktop gesteuert werden kann. Mit dem Kauf von Unternehmen wie Avvenu kommen zusätzliche Programme hinzu, die beide Medien miteinander verbinden. Hauptproblem ist dabei jedoch, dass die Programme alle nur unter Windows laufen, Linux und Apple User aber außen vor bleiben. Außerdem sind dies alles Insellösungen, die anders aussehen, anders bedient werden und anders funktionieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Nokia durch Trolltech dieser Entwicklung entgegenwirken möchte.

Auf der Seite der Endgeräte könnte Nokia sich vielleicht durch Googles Android zum Handeln gezwungen fühlen. Die Entwicklung von Applikationen für Nokias Betriebssysteme S40 und S60 könnte durchaus effizienter sein. Auch hier könnte Trolltech helfen. Da Trolltechs Produkte alle unter der GPL Lizenz veröffentlicht werden, was die Weiternutzung durch andere ermöglicht, scheint es auch so, dass Nokia (weiterhin oder verstärkt) auf Drittentwickler setzen wird, um für eine große Auswahl an Applikationen für ihre Handys zu sorgen.

Insgesamt also ein weiterer Schritt von Nokia, sich auch auf Software zu konzentrieren. Bleibt nur abzuwarten, ob es ihnen gelingt, all ihre Baustellen und Insellösungen tatsächlich, gut und nicht allzu spät zu bündeln und zu veröffentlichen.

Wie das mobile Internet die Außenwerbung verändern wird – Teil 1

Thursday, January 24th, 2008

Der mobile Internetzugang wird immer populärer, auch wenn die Entwicklung in Deutschland noch ein wenig hinter Ländern wie Japan, Süd-Korea, UK oder auch Österreich hinterherhinkt. Dennoch wird es Zeit sich Gedanken zu machen, welche Rolle und Bedeutung das „mobile Internet“ in naher Zukunft spielen wird.

Die größte, vielleicht sogar revolutionärste, Kraft, die von der Entwicklung des mobilen Internets ausgeht, ist die Verbindung zweier Welten. Denn aufgrund der Mobilität des Handys verbinden sich virtuelle und physische Welten und sorgen somit für völlig neue Formen der Kommunikation.

Das „Welt Weite Web“ war bislang doch eher ein Land, welches besucht werden kann, indem sich die User an einen (Schreib-)Tisch begeben und einen Computer einschalten. Doch erst jetzt, da dieser Internetzugang so mobil geworden ist, dass er in jede Hosentasche passt, wird das Web wirklich „World Wide“ – zu jeder Zeit, an jedem Ort nutzbar. Dadurch umgibt das Internet die physische Welt, in der wir uns täglich bewegen, plötzlich wie eine zweite Haut und jedes “anfassbare” Objekt kann im Grunde mit einem digitalen Inhalt “verlinkt” werden.

Von dieser Entwicklung werden viele Bereiche profitieren und betroffen sein, so auch die Außenwerbung. Unter dem Titel „Wie das mobile Internet die Außenwerbung verändern wird“ habe ich meine Gedanken zu diesem Thema zusammengefasst. Die komplette Arbeit wird in ein paar Wochen zum Download bereit stehen. Vorab möchte ich an dieser Stelle aber wöchentlich eine These veröffentlichen, die vielleicht auch zur Diskussion anregt.

These 1: Außenwerbung wird flüssig.

In Zukunft wird sich Außenwerbung verflüssigen und aus den Grenzen der eigenen Plakatformate ausbrechen. Es wird nicht länger ausreichen, in Formaten zu denken wie Großplakate, City-Lights oder Blow-Ups. Entscheidend wird sein, wie die Botschaft von den Plakaten auf das Handy der Konsumenten ausgedehnt werden kann. Dabei bildet die Außenwerbung den initialen Reiz, um anschließend, mit zusätzlichen oder weiterführenden Inhalten, ins Handy „zu fließen“.

Dabei spielt zum einen die Technik eine Rolle, die die Verbindung der Medien herstellt, zum anderen aber natürlich die inhaltliche Konzeption der Kampagnen. Die eigentliche Herausforderung wird es sein, in (Werbe-)Umwelten zu denken und nicht länger in einzelnen Medienboxen.

Handykultur in Japan

Thursday, January 24th, 2008

Zwei Artikel über soziale Phänomene bei japanischen Teenagern, im Umgang mit ihren Handys, sind gerade erschienen.

Zum einen widmet sich die New York Times dem Thema der „Cellphone Novels“, Geschichten, die auf Handys gelesen werden und oftmals auch auf selbigen geschrieben wurden. Es ist immer wieder unglaublich, welche Erfolgsgeschichten aus Japan kommen, so auch hier. Nachdem die ersten „Novels“ um das Jahr 2000 veröffentlicht wurden, sind sie mittlerweile im Mainstream angekommen und haben sich nahezu als eine neue Genreart etabliert. Mit allen Konsequenzen, wie Auflagen der gedruckten Versionen, die in die Hunderttausende gehen oder Kritiken, die in den Geschichten den Niedergang der japanischen Kultur sehen.

Zum anderen gibt’s bei Spiegel Online einen Artikel darüber, wie sehr viele japanische Teenager mittlerweile mit ihrem Handy quasi verwachsen sind. Für viele ist das „Keitai“ zum wichtigsten Kommunikationspartner geworden, der den unmittelbaren Kontakt mit Freunden auf ein Minimum beschränkt. Beides lesenswert!

Studie: Mobile Werbung in UK

Tuesday, January 22nd, 2008

Über Mobile News & Infos bin ich auf eine Studie des Internet Advertising Bureau (IAB) gestoßen, zum Thema „All you need to about mobile advertising“ (in the UK).

Auf 48 Seiten erhalten die Leser einen guten Einblick über den aktuellen Stand im Bereich mobiler Werbung. Wer in letzter Zeit ähnliche Berichte gelesen hat, wird hier zwar nicht viel Neues erfahren, dafür enthält die Studie aber aktuelle Zahlen aus UK. Dieser Markt ist in Europa sicherlich der am weitesten entwickelte, doch anders als bei Erfolgsgeschichten aus Fernost, lassen sich Ergebnisse aus Europa leichter adaptieren. Die kulturellen Unterschiede sind schlichtweg kleiner.

Garniert wird der Bericht im Übrigen mit zwei Case Studies und einer kleinen Umfrage unter Werbern und Verlagen zum Thema mobile Advertising.